Spatenstich für das genossenschaftliche Wohnprojekt „Wohnhöfe Grüne Straße“
Mit einem symbolischen Spatenstich hat die Bauverein Breisgau am Freitag gemeinsam mit der Stadt Herbolzheim den Startschuss für das neue Wohnprojekt „Wohnhöfe Grüne Straße“ gegeben. Das Projekt ist ein starkes Zeichen dafür, dass in Herbolzheim auch in herausfordernden Zeiten Wohnraum geschaffen wird – bezahlbar, nachhaltig und gemeinschaftlich.
Marc Ullrich, Vorstand der Baugenossenschaft, begrüßte zahlreiche Gäste und erinnerte daran, dass Spatenstiche dieser Art inzwischen Seltenheitswert haben: „Der Wohnungsbau in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Umso mehr freut es uns, dass wir heute – gemeinsam mit der Stadt Herbolzheim – gegen diesen Trend ein Zeichen setzen können.“ Besonders bedankte sich Ullrich bei der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat, „die das Projekt seit Beginn aktiv begleiten und mitgestalten.“
Das Projekt „Wohnhöfe Grüne Straße“ bildet gemeinsam mit dem bereits bestehenden Kindergarten am Fliederweg den nördlichen Abschluss des Baugebiets Herrengüter West III. Ursprünglich mit zwei Geschossen und einem Dach geplant, wurde auf Wunsch des Gemeinderats ein zusätzliches Stockwerk ermöglicht – ohne zusätzliche Flächenversiegelung, dafür mit mehr Wohnraum.
„Insgesamt entstehen auf 2.201 Quadratmetern 30 moderne Wohnungen in Holzhybridbauweise“ erklärt der geschäftsführende Vorstand Jörg Straub. Die Firma Elztal Holzhaus setzt dabei auf regionale Hölzer und erfüllt ökologische wie ökonomische Nachhaltigkeitsstandards. Die Wohnungen werden im KfW-55-Standard errichtet, mit Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und großzügiger Tageslichtplanung. Alle Einheiten sind barrierefrei und auf dauerhafte Nutzung angelegt – ein Prinzip des genossenschaftlichen Bauens. Ergänzt wird das Angebot durch 42 Kfz-Stellplätze, 60 Fahrrad-Abstellplätze und ein Müllhäuschen.
Rüdiger Santo, Leiter der Baurechtsbehörde beim Landratsamt Emmendingen, überbrachte die Grüße von Landrat Hanno Hurth und betonte den Vorbildcharakter des Projekts. Auch Marcel Enderle, Prokurist der Volksbank Lahr, nahm teil – die Volksbank ist ein langjähriger Finanzierungspartner der Genossenschaft. Die Erzdiözese Freiburg, vertreten durch Dekan Dr. Stefan Meisert, fördert neun der 30 Wohnungen über ihr bundesweit einmaliges Förderprogramm „Bezahlbares Wohnen in Baden“.
Die symbolische Unterstützung kam auch vom benachbarten Kindergarten am Fliederweg: Leiterin Michaela Hohwieler kündigte mit einem Augenzwinkern eine „kritische Bauaufsicht“ aus nächster Nähe an – und brachte als musikalischen Gruß das „Baggerlied“ sowie „Wer will fleißige Handwerker sehen“ mit.
Bürgermeister Thomas Gedemer unterstrich die Teamleistung hinter dem Projekt: „Das ist kein Werk Einzelner, sondern ein gemeinschaftliches Ergebnis vieler engagierter Menschen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Jahren hat die Genossenschaft immer am Ziel festgehalten und der Gemeinderat das Projekt unterstützt.“ Er hob hervor, dass dieses Projekt eine direkte Antwort auf die zentrale Frage des aktuellen Gemeindeentwicklungskonzepts sei: Wo wird in Herbolzheim Wohnraum geschaffen?
Gedemer betonte, dass der Wohnungsmix viele Optionen eröffnet: „So unterschiedlich wie die Lebensentwürfe und finanziellen Möglichkeiten sind, so vielfältig muss auch unser Wohnangebot sein. Vielleicht zieht ja jemand aus seinem Einfamilienhaus hierher – und gibt dadurch eine Bestandsimmobilie für eine Familie frei.“ Durch solche Projekte kann die Umzugskette gelingen.
Mit einem Investitionsvolumen von rund 12 Millionen Euro ist das Projekt nicht nur städtebaulich, sondern auch wirtschaftlich ein bedeutender Impuls für die Kommune. Die Fertigstellung ist für Sommer 2027 geplant.
Jörg Straub dankte abschließend der Stadt Herbolzheim für das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit: „Hier wurde von Anfang an verstanden, worauf es ankommt: Wenig Fläche verbrauchen, aber möglichst vielen Menschen bezahlbaren Wohnraum bieten.“
icon.crdateArtikel vom: 13.07.2025
