Woche der Demokratie
Bereits am ersten Tag, am 27. Januar 2026, ging es bunt, laut und wuselig im Torhaus in Herbolzheim zu: Mit einer bestens besuchten Auftaktveranstaltung startete die „Woche der Demokratie“, die vom 27. bis 31. Januar zahlreiche Besucherinnen und Besucher anzog. Schülerinnen und Schüler aus zehn verschiedenen Schulen der Region setzten sich auf kreative und sehr persönliche Weise intensiv mit der Frage auseinander: Was bedeutet Demokratie für mich?
Getreu dem Motto „Lasst eure Ideen fliegen“ präsentierten die Jugendlichen ein beeindruckend vielfältiges Potpourri an Beiträgen. Zu sehen waren unter anderem Bilder und Collagen, Plakate, Theatersequenzen, Animationen sowie interaktive Installationen. Einige Arbeiten luden zum Mitmachen ein, andere regten zum Innehalten und Nachdenken an – etwa durch sogenannte „Demokratiemaschinen“, künstlerische Auseinandersetzungen mit der jüdischen Geschichte oder Installationen, die Freiheit, Beteiligung und Verantwortung thematisierten.
Das „Bündnis Aktiv! Gemeinsam für Demokratie“, das zur Ausstellung aufgerufen hatte, zeigte sich überwältigt von der Resonanz. „Es ist wunderbar zu sehen, wie sich die junge Generation auf so vielfältige Art und Weise mit dem Thema auseinandersetzt. Demokratie muss lebendig gehalten werden“, betonte Åsa Alderin vom Bündnis und dankte den Schülerinnen und Schülern für ihr großes Engagement.
Bei der offiziellen Eröffnung unterstrich Hubert Klimmek die Bedeutung kontinuierlicher demokratischer Arbeit: „Demokratie ist kein Selbstläufer, sondern pflegebedürftig wie ein Garten. Man muss sich kümmern, gießen, gelegentlich Unkraut jäten – und dann staunen, was manchmal wachsen kann.“ Sein Dank galt neben den Jugendlichen auch den beteiligten Lehrkräften sowie den beiden Schirmherren Bürgermeister Thomas Gedemer und Bürgermeister Dirk Schwier.
Bürgermeister Schwier begrüßte gemeinsam mit seinem Kollegen die anwesenden Schülerinnen und Schüler sowie Landtagspräsidentin Muhterem Aras. Er hervor, wie sehr das Motto der Woche den Kern der Demokratie treffe: „Freiheit im Denken, Kreativität im Handeln und das Entwickeln eigener Standpunkte.“
Die ausgestellten Arbeiten zeigten eindrucksvoll, wie unterschiedlich und zugleich tiefgründig junge Menschen diese Werte interpretieren. „Demokratie lebt vom Engagement derer, die mitmachen. Und die Zeiten, in denen wir leben, sind nicht mehr so, dass Demokratie selbstverständlich ist“, mahnte Schwier.
Landtagspräsidentin Muhterem Aras zeigte sich sichtlich berührt. Sie dankte den Künstlerinnen und Künstlern, den Lehrkräften sowie den Schulleitungen für ihr außergewöhnliches Engagement. Besonders beeindruckt zeigte sie sich von der Vielfalt der Beiträge: „Das Schöne ist, dass es alters- und schulartenübergreifend ist. Demokratie lebt davon, dass jede und jeder mitmachen kann.“ Kinder und Jugendliche seien großartige Botschafterinnen und Botschafter der Demokratie.
In ihren Worten klang auch ein nachdrücklicher Appell an: Demokratie sei niemals abgeschlossen. „Erst wenn viele mitmachen, entsteht ein starkes, gemeinsames Kunstwerk.“ Mit Blick auf das Grundgesetz erinnerte sie daran, dass Deutschland eine der besten Verfassungen der Welt habe – eine Errungenschaft, die nicht selbstverständlich sei: „Diese Demokratie ist nicht vom Himmel gefallen und sie hat keine Ewigkeitsgarantie.“
Begleitet wurde die Ausstellung während der gesamten Woche von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm mit Vorträgen, Diskussionsrunden, Chorauftritten und Poetry-Slams, das zusätzliche Impulse setzte und Raum für Austausch bot. Deutlich wurde in all den Tagen, wie wichtig und notwendig es ist, sich öffentlich und klar für Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Gleichberechtigung einzusetzen.
Im Frühjahr wird die Ausstellung weiter nach Emmendingen wandern. Zudem ist sie bewusst als wachsendes Projekt angelegt: Weitere Schulen sind eingeladen, neue Beiträge einzubringen und zusätzliche Elemente zu ergänzen – ganz im Sinne einer Demokratie, die sich stetig weiterentwickelt.
icon.crdateArtikel vom: 09.02.2026
